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HUNGER
KENNT KEINE GRENZEN
30 Millionen Menschen sterben jährlich an Hunger und an Krankheiten und
Seuchen, die als Folgeerscheinungen von Unter- oder Mangelernährung
auftreten. / Die Caritas Diözese Bozen-Brixen hat in Zusammenarbeit mit
den nationalen Caritas-Stellen von Österreich und Italien die Broschüre
„Hunger – eine weltweite Tragödie“ herausgegeben. Sie enthält auch die
Beschreibungen der Projekte der Südtiroler Caritas in Afrika. / Jede/r
Einzelne von uns ist gefordert, einen Beitrag zu leisten.
Hunger ist eine alltägliche und vergessene Katastrophe: Jeden Tag sterben
80.000 Menschen an den Folgen von Hunger und an damit einhergehenden
Seuchen und Krankheiten; das sind 30 Millionen Menschen jährlich. Unter-
und Mangelernährung ist hauptsächlich ein Problem der Länder des Südens.
Jedoch liegen die Wurzeln dieses weltweiten Problems vielfach bei den
Ländern des Nordens. Neben Kriegen, bewaffneten Auseinandersetzungen und
den Folgen des Jahrhunderte langen Kolonialsystems sind es vor allem
massive Exportsubventionen der EU und der USA, die lokale ProduzentInnen
in den Entwicklungsländern vom Markt hinaus und in die Hungerspirale
hinein drängen. Die Südtiroler Caritas hat in Zusammenarbeit mit den
nationalen Caritas-Stellen von Österreich und Italien die Broschüre
“Hunger: eine weltweite Tragödie” herausgegeben. Ursachen von Hunger,
Zahlen, Fakten und Beispiele aktueller Hungerkrisen sind Inhalte dieser
Broschüre. Außerdem sind die Projekte der Caritas Diözese Bozen-Brixen mit
Schwerpunkt in Afrika vorgestellt. Das Grundlagenpapier steht unter
www.caritas.bz.it zum Download bereit.
Jährlich verhungern durchschnittlich 10 Millionen Menschen. Weitere 20
Millionen Menschen sterben an Krankheiten, die aufgrund von Unter- oder
einseitiger Ernährung auftreten. Hunger ist der körperliche Zustand bei
Nahrungsmangel und bedeutet chronische Unterernährung, mit der meist Fehl-
und Mangelernährung einhergehen. Es gibt jährlich mehr Hungertote als im
selben Zeitraum insgesamt an Tuberkulose, Malaria und Aids sterben.
852 Millionen Menschen sind nach Schätzungen des FAO (Ernährungs- und
Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) chronisch
unterernährt, davon 815 Millionen in so genannten Entwicklungsländern, 8
Millionen in Osteuropa und 9 Millionen in westlichen Ländern. Obwohl laut
UN-Millenniumserklärung die Zahl der Hungernden bis 2015 halbiert werden
soll, steigt die Zahl schwerst unterernährter Menschen in den letzten
Jahren weltweit wieder an (um 14 Millionen allein im Jahr 2005).
Wie der World-Food-Report der UNO bestätigt, könnte die Landwirtschaft
heute problemlos zwölf Mrd. Menschen, also das Doppelte der
Weltbevölkerung, ernähren. Hunger existiert daher nicht, weil es nicht
genug Nahrungsmittel gibt; Hunger ist eine Frage der Gerechtigkeit und des
politischen Willens. Neben bewaffneten Konflikten und Kriegen ist die
ungleiche Verteilung der Güter auf der Welt unter anderem das Resultat des
jahrhundertelangen Kolonialsystems, in welchem traditionelle Mischkulturen
zerstört und die Kolonien zum Anbau von Einheitskulturen gezwungen wurden.
Zu den strukturellen Gründen für Unterentwicklung und Hunger ist außerdem
der internationale Handel mit Agrarprodukten zu zählen. Durch
profitorientierte internationale Handelspraktiken wird die
Wirtschaftsbasis von Menschen in Entwicklungsländern, deren Haupterwerb
nach wie vor die Landwirtschaft ist, vielfach zerstört. Die Europäische
Union (EU) und die USA verdrängen mit massiven Exportsubventionen lokale
MitbewerberInnen von den Märkten der so genannten Dritten Welt. „US-Weizen
wurde in den frühen 90-er Jahren im Ausland um ein Drittel bis um die
Hälfte billiger verkauft, als in den Vereinigten Staaten selbst“,
berichtet die internationale Menschenrechtsorganisation FIAN, die sich für
das Recht auf Ernährung einsetzt.
„Hunger ist ein Skandal“, so die Südtiroler Caritas-Direktoren Heiner
Schweigkofler und Mauro Randi. „80.000 Menschen sterben täglich an Nichts.
Diese stille Tragödie muss uns laut werden lassen. Wir alle können unseren
Beitrag im Kampf gegen den Hunger leisten.“ Das könne der Kauf von fair
gehandelten Produkten sein, der den HerstellerInnen und ProduzentInnen in
den Entwicklungsländern das Überleben und Entwicklung sichert. „Aber auch
die Unterstützung von Projekten der Caritas in den Ländern des Südens
hilft bei der Eindämmung der katastrophalen Situation“, so die
Caritas-Direktoren.
Auch wenn sich die Situation in einigen Teilen Lateinamerikas und Asiens
gebessert hat, ist der Hunger in Afrika in den vergangenen Jahren enorm
angestiegen. Waren es zu Beginn dieses Jahrtausends noch rund 36% der
Menschen südlich der Sahara, die an Unterernährung litten, so sind
inzwischen 56% der Bevölkerung davon betroffen. Es geht der Südtiroler
Caritas nicht nur darum, genügend Nahrung, Wasser und Medikamente bereit
zu stellen. Darüber hinaus sollen Prozesse in Gang gesetzt werden, die die
Selbstständigkeit der einzelnen Menschen und die Weiterentwicklung der
gesamten Gesellschaft fördern. Neben der Notfallhilfe soll den Familien zu
einer friedlichen Existenz verholfen werden, in der ihnen der Zugang zu
Schul- und Berufsbildung und zu einer umfassenden Gesundheitsversorgung
garantiert ist. Sie sollen Menschenrechte einfordern können und das Recht
auf freie Meinungsäußerung haben. „Möglich ist das nur, wenn alle
Betroffenen vor Ort in diese Prozesse mit einbezogen werden“, erklärt die
Caritas. „Es gilt, auf die primären Bedürfnisse der Menschen zu reagieren
und gleichzeitig die Basis zur Vermeidung weiterer Notlagen zu schaffen“,
schließen Schweigkofler und Randi ab.
In den vergangenen 18 Monaten konnte die Caritas Diözese Bozen-Brixen dank
der großzügigen Unterstützung der Südtiroler Bevölkerung in zehn
afrikanischen Ländern eine Reihe von Projekten zur
Entwicklungszusammenarbeit durchführen. Sie hat dafür insgesamt 559.19
Euro eingesetzt. Wer die Caritas Diözese Bozen-Brixen in ihren Bemühungen
gegen den Hunger in Afrika unterstützen möchte, ist eingeladen, Spenden
unter dem Kennwort “Hunger in Afrika” auf eines der Caritas-Spendenkonten
einzuzahlen:
Die BBAN-Nummern bei den verschiedenen Bankinstituten lauten:
Bank für Trient und Bozen, BBAN: A0324011610000006000065;
Raiffeisen Landesbank, BBAN: F0349311600000300200018;
Südtiroler Sparkasse, BBAN: X0604511601000000110801;
Südtiroler Volksbank, BBAN: R0585611601050571000032.
Das Grundlagenpapier "Hunger" der Caritas Diözese Bozen-Brixen zum Download...
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