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BESCHLÜSSE DER SÜDTIROLER
LANDESREGIERUNG VOM 24. SEPTEMBER 2007
LPA – Staatliches Finanzgesetz und Beteiligung am Solidaritätsfonds,
Wohnbauförderung, Schulreform und Brenner-Basistunnel – drei Themen, mit denen
die Landesregierung schon seit längerer Zeit befasst ist, standen heute auf der
Tagesordnung.
STAATLICHES FINANZGESETZ 2008
„Der italienische Staat muss – auch Europa gegenüber – den Stabilitätspakt
einhalten und wir als Land Südtirol wollen selbstverständlich unseren Beitrag
leisten“, so Landeshauptmann Luis Durnwalder im Hinblick auf die nun in Rom
anlaufenden Verhandlungen für das Finanzgesetz 2008. Auf ihrer heutigen Sitzung
hat die Landesregierung ihre Marschroute, was die Beteiligung am staatlichen
Solidaritätsfonds angeht, erneut bekräftigt. „Wir wollen durch die Übernahme von
Zuständigkeiten zur Haushaltsentlastung beitragen“, erklärte der Landeshauptmann
erneut. Eine entsprechende Liste sei bereits nach Rom gesandt worden. Auch
Finanzlandesrat Werner Frick werde diesen Standpunkt bei den anberaumten Treffen
der für Finanzen zuständigen Regionalassessoren mit Regionenministerin Linda
Lanzillotta in Rom vertreten. Durnwalder zählte in diesem Zusammenhang heute
einige Beispiele für vom Land übernommene Zuständigkeiten auf: Im Bereich der
Schule beispielsweise bringe der Staat 400 Millionen Euro auf, das Land gebe in
diesem Bereich doppelt so viel aus; noch drastischer ist die Lage bei den
Staatsstraßen, für die der Staat 60 Millionen Euro zur Verfügung stellt, das
Land aber 150 Euro ausgibt; im Bereich der Universität macht das Land im Jahr 40
Millionen Euro locker, aus Rom kommen zwei Millionen Euro.
WOHNBAUFÖRDERUNG
Eine bessere Förderung des Mittelstandes und die Neufestlegung der
Einkommensgrenzen sind neben der Definition der Bauprogramme des
Wohnbauinstitutes einige Entscheidungen, die die Landesregierung in Kürze
treffen will. Heute wurde darüber diskutiert, Entscheidungen wurden allerdings
keine getroffen. Gesprochen wurde unter anderem über die geplante neue Form der
Mittelstandsförderung. Dabei sollte die öffentliche Hand nicht Gewinn
orientierten Körperschaften Grundflächen zuweisen können. Diese wiederum würden
dort Wohnungen bauen und über einen zwanzigjährigen Mietvertrag vermieten, nach
dessen Abschluss eine Ablöse der Wohnung vorgesehen ist.
WASSERKRAFT: REKURS ZURÜCKGEZOGEN
Die Landesregierung hat heute beschlossen, die Rekurse vor dem
Verfassungsgerichtshof bezüglich der großen Wasserableitungen zur Erzeugung von
Elektroenergie zurückzuziehen. Die Landesregierung hatte gegen die
entsprechenden Bestimmungen im staatlichen Finanzgesetz 2006 rekurriert, nachdem
die Regierungen in Rom zwei Landesgesetze (Nr. 1/2005 und Nr. 7/2005) über
Großwasserableitungen zur Energieerzeugung beziehungsweise über die Nutzung
öffentlicher Gewässer beanstandet hatte. In der Zwischenzeit wurden sowohl auf
Landes- als auch auf staatlicher Ebene Bestimmungen in diesen Bereichen
geändert, so dass die italienische Regierung am 21. September beschlossen hat,
die eingebrachten Rekurse nicht weiter zu betreiben. Nun hat auch Südtirol
nachgezogen und seinerseits auf diese rechtlichen Schritte verzichtet.
SPORTSTÄTTENBAU: GELDMITTEL AUFGETEILT
Aufgrund eines Einvernehmensprotokolls zwischen Land Südtirol und NOK/CONI
stellt das Olympische Komitee dem Land im Zeitraum 2006 bis 2009 jährlich eine
Million Euro für den Sportstättenbau zur Verfügung. Im Sinne der
Finanzierungsvorschläge der paritätischen Kommission NOK-Land, der auch LH
Durnwalder angehört, sollen diese Geldmittel heuer in den Bau des neuen
Eisstadions in Neumarkt (500.000 Euro), den Bau des Sportgebäudes am Eisring in
Klobenstein (300.000 Euro) sowie in die Sanierung des Hallenbades der
Polizeischule in Bozen investiert werden.
SCHULREFORM: TEXTENTWURF ÜBERARBEITET
Den Entwurf zum Landesgesetz "Kindergarten und Unterstufe" hat die
Landesregierung heute in einer neuen Form verabschiedet. „Wir haben einige
Änderungen in der Form vorgenommen, der Inhalt ist aber unverändert geblieben,
so dass die italienische Schule weiterhin bis zu zehn Stunden Deutschunterricht
anbieten kann“, betonte Landeshauptmann Luis Durnwalder. „Wir haben einen
verfassungsrechtlichen Rahmen, das ist der Artikel 19 des Autonomiestatuts, und
dann haben wir die Vorgaben der Landesregierungsbeschlüsse, die allerdings den
einzelnen Schulen noch viel Spielraum lassen“, so Durnwalder bei der
Montagspressekonferenz. Er verwies auf die nunmehr einige Jahre alte Regelung
der Landesregierung, die vorschreibt, dass im Zweitsprachenunterricht nur die
Sprachkenntnisse und nicht eventuelle Fachkenntnisse aus einzelnen Bereichen wie
Geografie oder Geschichte bewertet werden dürfen. „Kollegin Luisa Gnecchi
garantierte heute, dass dies der Fall sei“, so der Landeshauptmann auf der
Montagspressekonferenz.
BBT: FACHKOMMISSIONEN BESETZT
Mit den Machbarkeitsstudien für die Zulaufstrecken zum Brenner-Basistunnel hat
sich die Landesregierung heute angesichts noch offener Finanzierungsfragen nicht
befasst. Dafür benannte sie ihre Vertreter beziehungsweise Vertreterinnen für
zwei Fachkommissionen. Das Land Südtirol wird demnach Ressortdirektor Walter
Huber und die Direktorin im Landesamt für Finanzaufsicht, Renata Battisti, in
die Fachkommission für finanztechnische und Verwaltungsfragen der
BBT-Beobachtungsstelle entsenden. In der mit bau- und umwelttechnischen Fragen
befasste Kommission werden hingegen für das Land Südtirol Umweltagentur-Chef
Luigi Minach, Landesgeologe Ludwig Nössing und der Amtsdirektor für
Arbeitssicherheit, Gilberto Ugolini, sitzen.
TAG ZUR BEKÄMPFUNG DER SCHWERHÖRIGKEIT
Kostenlose audiologische Untersuchungen, also kostenlose Hörtests, wird der
Sanitätsbetrieb Südtirol, am 18. Oktober anlässlich des italienischen Tages zur
Bekämpfung der Schwerhörigkeit (A.I.R.S.) durchführen. Die Landesregierung
stimmte dem Vorhaben heute zu und ermächtigte den Südtiroler Sanitätsbetrieb zur
Durchführung der Gratis-Untersuchungen.
NAHVERKEHR: WEITERE GELDMITTEL
Weitere 25 Millionen Euro hat die Landesregierung heute den Betreibern
öffentlicher Linienverkehrsdienste zugewiesen. Die Betriebsbeiträge für die SAD
Nahverkehrs-AG wurden mit heutigem Beschluss für das laufende Jahr auf 26,6
Millionen Euro festgelegt, für die SASA Städtischer Autobus Service-AG sind es
13,4 Millionen Euro und für das Konsortium der Linienkonzessionsinhaber 10,4
Millionen Euro. Einen Betrag von 1,2 Millionen Euro wendet das Land außerdem
auf, um die Zweisprachigkeit im öffentlichen Personennahverkehr zu
gewährleisten.
ZIVILSCHUTZÜBUNG AM 10. OKTOBER
Am kommenden 10. Oktober werden auch in Südtirol die Alarmsirenen des
Zivilschutzes läuten. Die Landesregierung legte heute fest, dass das Land
Südtirol an diesem Tag eine Zivilschutzübung mit einem landesweiten Probealarm
durchführen wird. Der zweite Mittwoch im Oktober wurde 2001 von den Vereinten
Nationen zum Welttag der Katastrophenvorbeugung bestimmt.
OBSTBAUMUSEUM LANA
Das Obstbaumuseum in Lana erfüllt im Obstbauland Südtirol eine wichtige
Funktion. Es soll bestehen bleiben, aber attraktiver werden. Dazu soll eine
Fachleutegruppe entsprechende Vorschläge ausarbeiten. Das Land will sich
-gemeinsam mit der Gemeinde und der Obstwirtschaft - an den Arbeiten zur
Aufwertung des Museums und Anhebung der Besucherzahlen beteiligen, das wurde
heute beschlossen. Die Landesregierung sprach sich dabei allerdings gegen die
Schaffung eines weiteren Landesmuseums aus. |