20. SEPTEMBER 2007:
JOSEPH ZODERER MIT ÖSTERREICHISCHEN EHRENKREUZ AUSGEZEICHNET
LPA Der Schriftsteller Josef Zoderer darf sich ab
sofort zu den wenigen Südtirolern zählen, die mit dem
Österreichischen Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst I. Klasse
ausgezeichnet wurden. Das Ehrenkreuz wurde Zoderer am Donnerstag,
20. September im Pressesaal des Landes von Generalkonsulin Eva Maria
Ziegler im Beisein von Landeshauptmann Durnwalder und Landesrätin
Sabina Kasslatter Mur überreicht.
Josef Zoderer ist der
erste Südtiroler Autor, der mit dem östereichischen
Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet wurde.
"Ein Großer der deutschsprachigen Literatur", so bezeichnete
Generalkonsulin Eva Maria Ziegler den Südtiroler Autor Josef Zoderer.
"Es ist für mich eine besondere Freude ein solches Ehrenzeichen an
einen Südtiroler zu vergeben," so Ziegler. Zoderer ist der erste
Südtiroler Schriftsteller, der mit dem Ehrenkreuz ausgezeichnet
wird. Die Generalkonsulin nahm die Ehrung stellvertretend für den
österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer vor.
"Ein nicht immer angenehmer, aber ein besonderer
Mensch, der eine solche hohe Auszeichnung verdient; kosmopolitisch
und ein echter Pusterer" so definierte Landeshauptmann Luis
Durnwalder in seiner Laudatio den Schriftsteller Josef Zoderer.
Seine ständige Suche nach Verständnis und Frieden sei
stellvertretend für die Südtiroler Gesellschaft und die innere
Spannung und Unruhe, die das Leben in Südtirol kennzeichneten. Als
1935 geborener Sohn von Optanten habe Zoderer am eigenen Leib die
unruhigen Jahre der Südtiroler Geschichte erlebt.
"Zoderer hat tiefe Gedanken aufgearbeitet und
einen großen Dienst geleistet, damit unsere kleine Welt bewegt
wird." Südtirol sei stolz, dass die Tätigkeit dieses großen Dichters
auch im Ausland anerkannt werde. Laut Durnwalder sei es immer wieder
schön zu erfahren, "dass Österreich unser politisches und
kulturelles Leben mit Interesse verfolgt und daran teilnimmt."
Kulturlandesrätin Sabina Kasslatter Mur schreibt
Zoderer eine wichtige Vermittlerrolle zu. "Seine intensive und
unverwechselbare Sprache hat die Südtiroler Realität vor allem auch
dem italienischen Publikum nahegebracht, er hat dazu beigetragen,
Südtirol dem europäischen Blick auszusetzen."
Zoderer habe mit seinem Werk, mit seinem
"Schreiben über die Wunde" die Leser berührt und Diskussionen in
Gang gesetzt. Nach Tumler sei er der der erste Südtiroler Autor
gewesen, der sich mutig aus der Südtiroler Realität in den deutschen
Sprachraum hineingeschrieben habe.
"Die Situation in Südtirol war eine wichtige
Bereicherung meines Lebens", erklärte Zoderer. Die Konfliktsituation
habe ihn geärgert und wütend gemacht, aber nie verstummen lassen.
"Das Aufeinanderprallen dieser zwei großen Kulturen, die Nähe
Österreichs und die Nähe zu Italien haben mich geprägt und waren
bedeutend für meine Kunst." Erst die Rückkehr nach Südtirol, so der
in Österreich aufgewachsene Schriftsteller, "hat mich zu großen
Themen angeregt."
Zoderer lebte bis zur ersten Oberschulklasse in
Graz und kehrte nach der Matura zum Studium für mehrere Jahre nach
Wien zurück, wo er auch als Journalist arbeitete. Besonderes
Aufsehen hatten in den 80er Jahren seine Romane "Das Glück beim
Händewaschen" und "Die Walsche" erregt, die erstmals auch dem
italienischen Publikum die besondere Lebenssituation in Südtirol
nahebrachten.
Das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft
und Kunst wird vom Bundespräsidenten "an in -und ausländische
Persönlichkeiten, die sich durch besonders hochstehende bzw.
anerkennenswerte Leistungen auf den Gebieten der Wissenschaft oder
Kunst allgemeine Anerkennung und einen hervorragenden Namen erworben
haben" vergeben. Nur wenige Südtiroler haben diese Ehrung bisher
entgegennehmen dürfen.