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BESCHLÜSSE DER SÜDTIROLER
LANDESREGIERUNG VOM 21. APRIL 2008
LPA - Anliegen der Schüler und Lehrer standen bei der Sitzung der
Landesregierung am heutigen 21. April 2008 im Mittelpunkt. Die Landesregierung
möchte zudem die Verwaltungsräte der Messe Bozen und des TIS (Techno Innovation
Südtirol) verkleinern. Bekannt gegeben hat Landeshauptmann Luis Durnwalder auch,
dass die Landesregierung sich am 28. April mit Staatspräsident Giorgio
Napolitano trifft, und dass das Verkehrssicherheitszentrum am 14. Mai bei einem
Tag der offenen Tür eröffnet wird.
Napolitano trifft LH Durnwalder und die Landesregierung
Staatspräsident Giorgio Napolitano wird am kommenden Montag, 28. April, um 10
Uhr am Bozner Flughafen landen. Kurz vor 11 Uhr wird er sich mit Landeshauptmann
Durnwalder zu einem Gespräch treffen und im Anschluss daran auch zu einer
Aussprache mit der Landesregierung. Zu Mittag essen wird Napolitano, wie
Durnwalder ankündigte, mit Südtiroler Vertretern der Wirtschaft und des
öffentlichen Lebens. Um 17 Uhr wird der Staatspräsident einen Lokalaugenschein
auf der Baustelle für den Brennerbasistunnel in Aicha vornehmen und schließlich
am Abend in der Laimburg mit Vertretern ehrenamtlicher Organisationen
zusammentreffen.
Flughafen Bozen: Vorwürfe vom Rechnungshof
„Ob der Bozner Flughafen rote oder schwarze Zahlen schreibt, ist Sache der
Politik“, sagte Landeshauptmann Durnwalder. Es sei nicht richtig, dass die
Verwalter zur Rechenschaft gezogen würden, weil der Flughafen nicht
kostendeckend arbeite, sagte Durnwalder. Der Rechnungshof hatte gefordert, die
Verwaltungsräte der STA (Südtiroler Transportstrukturen AG), die den Flughafen
führen, persönlich für das erwirtschaftete Defizit und
die getätigte Kapitalaufstockung verantwortlich gemacht. Die Landesregierung
habe beschlossen, die Einrichtung Flughafen wie vergleichsweise auch die Bahn im
Interesse der Südtiroler Bürger zu unterstützen, der Verwaltungsrat setze diese
Beschlüsse lediglich um, erläuterte der Landeshauptmann.
Anregungen der Schüler zur Schulreform ernst nehmen
Mit den drei Kritikpunkten an der Schulreform, die vergangene Woche bei der
Schülerdemonstration in Bozen geäußert wurden, hat sich die Landesregierung
heute befasst. Wie Durnwalder von seinem Gespräch mit den Vertretern des
Landesbeirats der Schüler der deutschen Schule berichtete, seien die Schüler mit
den Aufholkursen bzw. „Nachprüfungen“ und der Benotung nicht glücklich und
möchten zudem ihr Mitbestimmungsrecht in Schulgremien ausbauen. „Da wir für die
Schule nur sekundäre Gesetzgebungskompetenz haben, müssen die Prinzipien der
staatlichen Reform übernommen werden“, erklärte Durnwalder. Die Schüler hätten
mit ihren Anregungen zur Reform allerdings in mehreren Punkten nicht Unrecht,
meinte der Landeshauptmann. Deshalb gelte es, nach Kompromissen zu suchen. So
soll eine Neuregelung der Mitbestimmungsgremien in der nächsten Amtsperiode in
Angriff genommen werden. In punkto Aufholkurse und „Nachprüfungen“ sei es
sicherlich sinnvoll, wie von den Schülern vorgeschlagen, jeweils zu beachten, in
welchen und in wie vielen Fächern die Schüler negative Noten haben und dann zu
entscheiden, ob sie nicht doch sofort versetzt werden könnten, meinte
Durnwalder. Allerdings müsse nun abgewartet werden, was die neue Regierung in
dieser Sache entscheide. Indessen solle man laut Durnwalder überprüfen, wie die
Provinz Trient diese Regelung umsetzt. – Was die Noten anbelangt, verwies
Durnwalder darauf, dass das Benotungssystem in Italien von 1 bis 10 reiche.
„Negatives Abschneiden kann allerdings bereits durch die Noten 5 und 4 zum
Ausdruck kommen. So hat der Schüler immer noch die Möglichkeit aufzuholen“,
sagte Landeshauptmann Durnwalder. Man habe bereits mit den Schulgremien
abgesprochen, nicht unter die Note 4 zu gehen. Aber es gebe noch einige Lehrer
bzw. Schulen die sich noch nicht daran hielten, deshalb müsse es einen weiteren
Vermittlungsversuch geben, so Durnwalder.
Wahlfächer: Schulen haben selbst Entscheidungsmöglichkeiten
Auseinandergesetzt hat sich die Landesregierung auch mit den Forderungen der
Lehrer in Bezug auf das Bildungsgesetz, das demnächst im Landtag behandelt wird.
Dabei ging es hauptsächlich darum, ob es an allen Schulen Wahlfächer geben soll.
Die Landesregierung hat sich heute den Vorschlägen von Landesrat Otto Saurer
angeschlossen und bekräftigt, dass grundsätzlich jede Schule Wahlfächer anbieten
müsse, welche diese dann sind, bleibt der jeweiligen Schule überlassen.
Entsprechende Richtlinien sollte der Schulrat festlegen. Nicht zufrieden waren
die Lehrer auch damit, für die Wahlfächer Konventionen mit anderen
Organisationen außerhalb des Schulbereichs z.B. mit Musikschulen oder
Sportvereinen einzugehen. „Hierzu wird die Landesregierung Qualitätskriterien
festlegen, die die außerschulischen Organisationen erfüllen müssen. Ob und in
welcher Form die Schulen dann mit Organisationen zusammenarbeiten, darüber
sollen sie selbst entscheiden“, erklärte Durnwalder dazu. Auf Unverständnis bei
der Landesregierung stieß hingegen die Kritik an den Übergangsbestimmungen.
Diese sehen vor, dass bis zur Umsetzung des neuen Bildungsgesetzes die
derzeitige Regelung e gültig bleibe. Nun werde versucht, durch Aussprachen mit
den Lehrervertretern eine Einigung in den noch strittigen Punkten des
Bildungsgesetzes zu finden, kündigte der Landeshauptmann an.
Unternehmen „Memc“: Sicherheitsabstände fallen kürzer aus
Die äußeren und inneren Sicherheitsabstände innerhalb und außerhalb des Geländes
des Siliciumwerks „Memc“ in Sinich können nach Ansicht der Landesregierung nun
verkürzt werden. „30 Prozent der Investitionen des Unternehmens in den
vergangenen fünf Jahren gingen auf das Konto Sicherheit“, erklärte der
Landeshauptmann dazu. „Die Sicherheitsstandards werden ernst genommen, deshalb
können die so genannten Risikozonen eingeschränkt werden, und zwar innerhalb des
Geländes von 400 Meter auf 35 Meter und außerhalb des Geländes von 1000 Meter
auf 210 Meter“, so Durnwalder. Wie der Landeshauptmann sagte, habe das
Unternehmen in den vergangenen Jahren zehn Prozent seines Umsatzes und somit 5,8
Millionen Euro, in die Forschung und Entwicklung gesteckt und sei deshalb für
Südtirol in diesem Bereich wichtig. Zudem hätten 50 Prozent der im Unternehmen
Beschäftigten einen Universitäts- oder Oberschulabgänger. Das Unternehmen bietet
demnach auch interessante Beschäftigungsmöglichkeiten an.
Kleinere Verwaltungsräte
Weniger Personen sollen künftig laut Beschluss der Landesregierung in den
Verwaltungsräten der Messe Bozen und des TIS (Techno Innovation Südtirol)
sitzen. Der Verwaltungsrat der Messe Bozen soll von sieben auf sechs Mitglieder
verkleinert werden und der Verwaltungsrat des TIS soll gar von 17 auf 6
Verwaltungsräte schrumpfen. Von den sechs Verwaltungsräten sollen zwei aus der
Wirtschaft kommen, ein Vertreter aus dem Bankwesen. Ein Mitglied soll die
Gemeinde Bozen stellen und zwei das Land, und zwar Barbara Repetto und Ulrich
Stofner. – Aus dem Ecocenter hingegen steige die Landesregierung ganz aus, es
sei denn, die Generalversammlung beschließe, dass das Land unbedingt vertreten
sein solle, erklärte Durnwalder.
Mehr Förderungen für die Methantankstellen
Höher sollen nach Ansicht der Landesregierung die Umweltförderungen für neue
Methantankstellen im Lande ausfallen. „Wir möchten eine Sondergenehmigung von
Brüssel in diesem Bereich erwirken, damit mehr solche Tankstellen gebaut
werden“, betonte Durnwalder. Der Ausbau des landesweiten Methantankstellennetzes
schreite nämlich immer noch zu langsam voran. Mit einem außergewöhnlich hohen
Förderprozentsatz von 70 Prozent will die Landesregierung auf Vorschlag von
Landesrat Werner Frick den Aufbau von Methantankstellen beschleunigen. „Ziel der
Landesregierung ist es, umweltschonende Treibstoffarten durch die landesweite
Versorgung mit Methantankstellen zu fördern“, sagt Landesrat Frick. Künftig
sollen Investitionen für die Errichtung der ersten zwei Methantankstellen in
jeder Bezirksgemeinschaft mit einem Ausmaß von 70 Prozent gefördert werden. Eine
ebenso hohe Förderung gibt es für die technische Aufrüstung einer Methananlage
von bestehenden Methantankstellen, mit dem Ziel die Betankungszeit zu verkürzen.
Für die dritte, vierte oder fünfte und jede weitere Tankstelle in jeder
Bezirksgemeinschaft will das Land eine Förderung im Ausmaß von 40 Prozent
gewähren. Der Beschluss muss allerdings bei der Europäischen Kommission
notifiziert werden. Derzeit gibt es in Südtirol sieben Methantankstellen,
weitere zwei befinden sich im Bau und vier sind geplant.
Meran: Handyumsetzer kommt auf's Krankenhaus
Einen neuen Standort für den Mobilfunkumsetzer, der in der Dantestraße in Meran
Platz finden sollte, hat die Landesregierung nun gefunden. Der Umsetzer wird nun
auf dem Dach der ehemaligen „Böhler“-Klinik aufgestellt. Bürger hatten gegen den
Standort in der Dantestraße protestiert.
Verkehrsicherheitszentrum am 14. Mai kennen lernen
Bei einem Tag der offenen Tür wird am 14. Mai das neue Verkehrsicherheitszentrum
in Pfatten eröffnet. Es soll, wie der Landeshauptmann betonte, dazu beitragen
die vielen Unfälle junger Menschen zu reduzieren und den jungen Leutenund
Führerscheinneulingen oder Senioren Möglichkeiten zum Üben bieten. Gekostet hat
das Zentrum rund 16,8 Millionen Euro. Es sei, so Durnwalder, ein sehr schlanker
Verwaltungsapparat vorgesehen. So besteht der Verwaltungsrat aus drei
Mitgliedern. Zudem gibt es fünf Mitarbeiter und zwei Instrukteure. Die
Landesregierung habe keine Bedenken, dass sich das Zentrum nicht selbst trage,
sagte Durnwalder. Die Aufgabe des Direktors wird voraussichtlich Paul von
Guggenberg übernehmen.
5,5 Millionen Euro für 34 Gemeinden
Über den Investitionsfonds weist die Landesregierung 34 Gemeinden insgesamt 5,54
Millionen Euro für dringende Bauvorhaben zu, die die Gemeinden aufgrund ihrer
Finanzlage sonst nicht durchführen könnten. Die größten Beträge sind mit jeweils
500.000 Euro für den Bau des Kindergartens in Tscherms und für den Bau des
Jugendzentrums „Yosyag“ mit Unterführung in Meran vorgesehen.
Weniger Bürokratie
Um unnötige Bürokratie zu vermeiden will die Landesregierung ein eigenes Projekt
in die Wege leiten. Die Europäische Akademie (Eurac) soll dieses ausarbeiten.
Dafür bekommt sie 69.000 Euro.
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