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BESCHLÜSSE DER SÜDTIROLER
LANDESREGIERUNG VOM 25. FEBRUAR 2008
LPA – Landeshauptmann Luis Durnwalder wird heute (Montag, 25. Februar) in
Mailand mit Führungskräften der Energiegesellschaft Edison Verhandlungen führen.
Es geht dabei um die Zukunft von sieben Edison-Kraftwerken in Südtirol. Die
Landesregierung erteilte dem Landeshauptmann auf der heutigen Montagssitzung das
Verhandlungsmandat und steckte die entsprechenden Spielräume ab.
ENERGIE
Die Elektroenergie, die großen Kraftwerke in Südtirol, die entsprechenden
Konzessionen, die im Fall der Edison-Kraftwerke in den Jahren 2011 bis 2020
auslaufen, sowie die laufenden Gespräche im Hinblick auf eine Beteiligung des
Landes beziehungsweise der Landesenergiegesellschaft SEL an der Führung dieser
Werke standen im Mittelpunkt der heutigen Regierungssitzung. Es ging dabei um
die Absteckung des Verhandlungsrahmens, innerhalb dessen Landeshauptmann
Durnwalder heute Nachmittag in Mailand mit Edison-Vertretern über die Gründung
einer neuen gemeinsamen Gesellschaft, deren Zusammensetzung und deren
Führungsgremien entscheiden wird. Auch über Stromverteilung und Stromnutzung
soll heute in Mailand verhandelt werden. „Wir stehen kurz vor dem Abschluss“,
kündigte der Landeshauptmann vor seiner Abreise in die Lombardei an. Die
landeseigene Energiegesellschaft SEL hatte bekanntlich im Jahr 2005 im Hinblick
auf eine Übernahme oder eine Führungsbeteiligung an den Kraftwerken in Südtirol
Edison-Aktien um 225 Millionen Euro erworben.
ÖFFENTLICHKEIT DER REGIERUNGSBESCHLÜSSE
Über die Veröffentlichung aller Regierungsbeschlüsse im Internet diskutierte die
Landesregierung im Zusammenhang mit einem Beschluss des Landtags. „Wir
veröffentlichen bereits alle Entscheidungen über Beitragsgewährungen, über
Ausschreibungen und über Ernennungen. Jeder Bürger erhält Beschlüsse, die ihn
persönlich betreffen“, betonte der Landeshauptmann in diesem Zusammenhang. „In
Zukunft werden wird auch Beschlüsse über Richtlinien und Bereiche der
Raumordnung veröffentlichen“, kündigte LH Durnwalder an. Er verwies außerdem auf
die beiden Wege, die das Land bei der Veröffentlichung nutze, zum einen jenen
über das Amtsblatt der Region und zum zweiten jenen der Veröffentlichung im
Südtiroler Bürgernetz. Mehr sei auf der Grundlage des geltenden
Transparenzgesetzes nicht möglich.
ZWEISPRACHIGKEIT BEI MEDIKAMENTEN
Die Schwierigkeiten bei der Gewährleistung der Zweisprachigkeit von
Beipackzetteln halten weiter an. Nun strebt das Land ein Gerichtsurteil an, von
dem es sich Klarheit über die Zuständigkeit und Verantwortlichkeit verhofft. Die
Gesundheitspolizei NAS hatte das Land auf die Missachtung der
Zweisprachigkeitspflicht durch ein pharmazeutisches Unternehmen hingewiesen. Die
Landesabteilung Gesundheitswesen hatte in der Folge einen Bußgeldbescheid
ausgestellt, gegen den das Unternehmen vor dem Landesgericht erfolgreich
Widerspruch eingelegt hat. Nun will das Land über ein Berufungsverfahren vom
Oberlandesgericht die Verantwortlichkeit klären lassen.
GEWERBEGRUNDZUWEISUNGEN IN BOZEN
Zwanzig von rund 50 interessierten Unternehmen erhalten einen geförderten
Gewerbegrund südlich der Bozner Einsteinstraße. Die Landesregierung wies heute
16 Hektar Fläche zu. Zu den Begünstigten zählen unter anderen die Firmen Salewa,
TechnoAlpin, Stuffer, Aspiag, Staffler, Progress, Pasolli, Markas sowie
verschiedene Bauunternehmen und kleinere Firmen und schließlich Firmenkonsortien
der Handwerkervereinigungen.
STRASSENBAU
Hundert Millionen Euro sollen in diesem Jahr in den Straßenbau fließen. Das
entsprechende Bauprogramm wurde heute von der Landesregierung verabschiedet. Mit
fast 80 Millionen Euro liegt der Schwerpunkt auf der Fortführung bereits in die
Wege geleiteter Bauvorhaben an Staats- und Landesstraßen, darunter die
Umfahrungen von Brixen, Leifers und Meran. In Angriff genommen werden sollen
auch einige neue Bauvorhaben, wie die Umfahrung von Vintl und bei St. Lorenzen
mit dem Tunnel unter der Sonnenburg. „Die Umfahrung von Vahrn“, kündigte der
Landeshauptmann an, „wird erst gebaut, wenn jene von Brixen fertig gestellt
ist.“
ALKOHOL-PRÄVENTION
Der Alkoholmissbrauch soll künftig noch intensiver und kapillarer bekämpft
werden. Ein von Landesrat Richard Theiner vorgelegtes Konzept dazu wurde nun von
der Landesregierung verabschiedet. Damit werden auch 250.000 Euro zur Verfügung
gestellt, die zu einem großen Teil in Aufklärungs- und Informationsarbeit
gesteckt werden sollen. Mit 100.000 Euro sollen Initiativen und Aktionen von
Vereinen und Verbänden finanziell unterstützt werden.
GEMEINDENFINANZIERUNG
Mehrer Beschlüsse, die heute die Landesregierung getroffen
hat, betreffen die Gemeindenkassen. So wurden zehn Millionen Euro auf der
Grundlage des Artikels 5 des Landesgesetzes Nr. 27/75 für dringende Baumaßnahmen
zur Verfügung gestellt. Nutznießer sind knapp 50 Gemeinden: Sie erhalten
Zuschüsse von 15.000 (für Kirchensanierungsmaßnahmen in Pfalzen) bis 527.000
Euro (für den Neubau der Franziskuskirche auf der Seiser Alm).
Knapp zwei Millionen Euro werden hingegen im Sinne des diesjährigen
Finanzabkommens unter den Kleingemeinden mit weniger als 1200 Einwohnern
aufgeteilt: Die Beträge gehen von 6800 Euro (Rodeneck) bis 200.000 Euro
(Waidbruck).
Zur Verbesserung der Zivildienst-Infrastruktur wurden den fünf Gemeinden
Deutschnofen, Bruneck, Brixen, Kastelruth und St. Martin in Passeier Zuschüsse
von insgesamt 4,7 Millionen Euro gewährt.
Weitere 1,4 Millionen Euro stellte die Landesregierung den Gemeinden und
Bezirksgemeinschaften für Vorbeugungs- und Wiederinstandsetzungsmaßnahmen im
Bereich der öffentlichen Sicherheit und Gesundheit zur Verfügung.
Schließlich wurde den Bezirksgemeinschaften – ebenfalls auf der Grundlage des
Finanzabkommens 2008 – die jährliche Pro-Kopf-Quote zugesprochen: Von den
insgesamt zwei Millionen Euro gehen 464.000 Euro an die Bezirksgemeinschaft
Burggrafenamt, 385.000 Euro an das Pustertal, 348.000 an das
Überetsch-Unterland, 253.000 Euro an das Eisacktal, 247.000 Euro an die
Bezirksgemeinschaft Salten-Schlern, 194.000 Euro an den Vinschgau und 117.000
Euro an das Wipptal.
KLÄRANLAGEN
Grünes Licht gab’s heute auch für das Jahresprogramm 2008 zum Bau von
Kläranlagen und Kanalisationen. Mit rund 16 Millionen Euro sollen vor allem
Hauptsammler erneuert werden.
EURAC-ERWEITERUNG
Die geplante bauliche Erweiterung der Europäischen Akademie wurde von der
Landesregierung heute formell gutgeheißen. „Wir haben die Projektkosten
allerdings von den veranschlagten 9,8 Millionen Euro auf 7,2 Millionen Euro
herabgesetzt“, so Landeshauptmann Durnwalder.
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