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BESCHLÜSSE DER SÜDTIROLER
LANDESREGIERUNG VOM 07. JÄNNER 2008
LPA - Ihr Arbeitsprogramm für die verbleibenden Monate der laufenden
Legislaturperiode hat die Landesregierung auf der heutigen Montagssitzung, der
ersten in diesem Jahr, abgesteckt. Dabei ging es vor allem um
Gesetzgebungsmaßnahmen, die bereits im Landtag zur Behandlung aufliegen
beziehungsweise demnächst auf den Weg gebracht werden sollen. Genehmigt wurde
der landschaftliche Gebietsplan für die Seiser Alm.
ARBEITSPROGRAMM 2008
Mit weniger als 70 Punkten war die Tagesordnung der heutigen
Landesregierungssitzung wohl eine der kürzesten der laufenden Legislaturperiode.
Die heutige erste Regierungssitzung 2008 wurde vor allem dazu genutzt, um auf
der Grundlage des Koalitionsprogrammes Bilanz zu ziehen und das Arbeitsprogramm
für die verbleibenden Monate abzustecken. Fünf Gesetzentwürfe liegen derzeit im
Landtag zur Behandlung auf, die zum Großteil von der Landesregierung vorgelegt
wurden: der Omnibus-Gesetzentwurf, in den Gesetzesbestimmungen zu verschiedenen
Bereichen verpackt sind, der Omnibus-Gesetzentwurf für den Bildungsbereich, der
Entwurf für ein neues Wahlgesetz, der Gesetzentwurf zur Ortsnamensgebung und der
Entwurf zur Handwerksordnung. Keine gute Diagnose stellte Landeshauptmann
Durnwalder bei der heutigen Montagspressekonferenz den beiden Gesetzesvorschläge
zu Wahlregelung und Toponomastik: „Beim Wahlgesetz wird es angesichts der sich
abzeichnenden Obstruktionspolitik wohl zu einem technischen Wahlgesetz kommen,
damit die Durchführung der Landtagswahlen im Herbst gesichert ist. Sollte das
Toponomastikgesetz nicht mehr in dieser Legislaturperiode behandelt werden
können, so sollte es das erste in der neuen Legislaturperiode sein.“ Durnwalder
sprach sich in diesem Zusammenhang auch für eine neue Arbeitsweise des Landtags
aus: Es könne nicht hingenommen werden, dass ein einziger Abgeordneter die
Arbeiten des Landtags lahm lege, so der Landeshauptmann.
Weitere neun Gesetzentwürfe der Landesregierung sollen noch in den nächsten
Monaten auf den Weg gebracht werden. Es handelt sich dabei um Gesetzentwürfe,
mit denen sich die Landesregierung bereits mehrmals befasst hat
(Wohnbau-Novelle, Gesetzentwurf zur Chancengleichheit und zur Schulreform) sowie
um Gesetzesmaßnahmen infolge von Staatsgesetzen (Enteignung, Skipisten). Neu
regeln will die Landesregierung außerdem den „Urlaub auf dem Bauernhof“ und die
Bonifizierungskonsortien. Außerdem gilt es den neuen Landesentwicklungs- und
Raumordnungsplan vorzulegen und gesetzliche Regelungen im Bereich der
Einwanderung zu treffen.
PRESSEARBEIT
Die Landesregierung will mit dem neuen Jahr auch im Bereich der Presse- und
Medienarbeit neue Akzente setzen. So ist unter anderem der Einbau einer
Web-Kamera im Pressesaal der Landesregierung im Bozner Palais Widmann
vorgesehen. Außerdem sollen die jährlich rund 7000 Presseaussendungen, die das
Landespresseamt im Jahr verfasst in Zukunft auch mit Audio-Files bestückt
werden. Bisher lagen den Presseaussendungen nur Bilder bei, ein Dienst, der
neben den Medien auch den rund 8000 Internet-Nutzern zugute kommt, die täglich
die Homepage des Presseamtes besuchen. Beschlossen wurde heute außerdem die
Einrichtung eigener Homepages für alle Landesregierungsmitglieder. Diese Seiten
werden von den jeweiligen Ressortdirektionen betreut. Gestärkt werden soll
schließlich die ladinische Pressearbeit. „Wir haben eine Halbzeitstelle für
einen ladinischen Journalisten vorgesehen“, so der Landeshauptmann, der außerdem
darauf verwies, dass „die Verbesserungen nicht nur im Hinblick auf die Wahlen
gedacht seien“ und „alle Neuerungen ohne zusätzliche Personalaufnahme“
durchgeführt würden.
EINWANDERUNG
Eine Personalaufstockung hat die Landesregierung hingegen heute auf Antrag von
Landesrätin Luisa Gnecchi im Bereich der Einwanderung beschlossen. „Wir mussten
feststellen, dass ein großer Bedarf an Information und Beratung besteht, daher
haben wir beschlossen, diesen Dienst auszubauen“, betonte der Landeshauptmann im
Anschluss an die Regierungssitzung. Zwei Personen sollen mit diesen Aufgaben
betraut werden. Bei den neuen Stellen handelt es sich um eine Akademiker-Stelle
(A-Laufbahn) und um eine B-Stelle.
Durnwalder verwies in diesem Zusammenhang auf den Missbrauch, der im Bereich der
arbeitsbedingten Zuwanderung betrieben werde: „Von 1209 Personen, die als
Haushalts- oder Pflegehilfen nach Südtirol gekommen sind, arbeiten derzeit 505
als solche, also nicht einmal die Hälfte. Die meisten sind in den touristischen
Bereich gewechselt. Daher werden wir von den 2007 gestellten 700 Anträgen um
Haushaltshilfen nur 212 genehmigen.“ Südtirols Landeshauptmann plädierte für
eine Festschreibung des Berufsfelds bei zugewanderten Arbeitskräften, was aber
nicht im Zuständigkeitsbereich des Landes liege.
LANDWIRTSCHAFTLICHE FÖRDERRICHTLINIEN
Um den Vorgaben der Europäischen Union nachzukommen, hat die Landesregierung auf
Vorschlag von Landwirtschaftslandesrat Hans Berger heute die überarbeiteten
Richtlinien für die Investitionsförderung zugunsten landwirtschaftlicher
Unternehmen verabschiedet. Nach den Worten des Landeshauptmannes wurden die
geltenden Bestimmungen kaum abgeändert: „Ein kleines Plus gibt es im Bereich der
Maschinen, ein kleines Minus bei den landwirtschaftlichen Bauten.“ Die Kriterien
werden nun nach Brüssel weitergeleitet.
GEBIETSPLAN SEISERALM
Der überarbeitete landschaftliche Gebietsplan der Seiser Alm wurde heute von der
Landesregierung genehmigt. „Dabei haben wir in fast allen Fällen den Vorschlägen
der Gemeinde Rechnung getragen, die ja die Situation am besten kennt“, erklärte
dazu Landeshauptmann Luis Durnwalder. Der Gebietsplan regelt sowohl die
Bautätigkeit als auch den Verkehr im Landschaftsschutzgebiet. Beschlossen wurde
heute unter anderem, dass die Bautätigkeit nur geschlossenen Höfen mit
mindestens zwölf Großvieheinheiten (bisher 15, Antrag Gemeinde zehn) vorbehalten
ist. Besitzer von mehr als drei Hektar landwirtschaftlichen Grüns dürfen nur so
genannte „Heuschupfen“ errichten, keine Kochhütten. Aufrecht bleiben die
Verkehrsbeschränkungen. Ausnahmeregelungen kann die Gemeinde unter bestimmten
Voraussetzungen treffen.
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