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BESCHLÜSSE DER SÜDTIROLER
LANDESREGIERUNG VOM 10. MÄRZ 2008
LPA - Über die Zuweisung der Gelder aus dem Rotationsfonds, 23 Millionen Euro
Rückflüsse und 44,5 Millionen Euro an neuen Mitteln, hat die Landesregierung
heute, 10. März 2008, entschieden. Zweckgebunden hat die Landesregierung
außerdem 35 Millionen Euro für Baumaßnahmen im Gesundheitsbereich und 22,5
Millionen Euro für die außerordentliche Instandhaltung in diesem Sektor. 14,5
Millionen Euro will die Landesregierung als Familiengeld ausbezahlen. Zudem hat
sie die Einrichtung der Landeszahlstelle genehmigt.
Mehr Geld für die Mitarbeiter im Verbauungswesen
Für die Mitarbeiter im Bereich forst- und landwirtschaftliches Verbauungswesen
gibt es nun eine Zulage, und zwar 51 bis 59 Eurocent pro Arbeitsstunde und 66
Eurocent pro Arbeitsstunde für die Mensa. Die Landesregierung hat den
entsprechenden Vertrag gutgeheißen. „Die Arbeiter verdienen sich diese
Aufbesserung wegen der schwierigen Bedingungen, unter denen sie arbeiten
müssen“, erklärte Landeshauptmann Durnwalder.
Landeszahlstelle: Auszahlungen schneller abwickeln
Genehmigt hat die Landesregierung die Einrichtung der Landeszahlstelle.
Insgesamt sind laut Landeshauptmann Durnwalder 19 Stellen dafür vorgesehen.
Zwölf werden von den betroffenen Abteilungen abgezogen und sieben sollen, wie
Durnwalder erklärte, nach Bedarf nach und nach geschaffen werden. „Noch
innerhalb Mai soll die Zahlungsstelle des Landes in Rom anerkannt werden, damit
bereits im Herbst die ersten Auszahlungen erfolgen können“, sagte der
Landeshauptmann. Die Zahlstelle ermächtigt und kontrolliert die Auszahlungen der
Mittel aus den europäischen Fonds „ELER“ (Europäischer Landwirtschaftsfonds für
die ländliche Entwicklung) und „EGFL“ (Europäischer Fonds für Garantie) und
führt diese auch durch. „Durch die Landeszahlstelle können die Auszahlungen
schneller und unkomplizierter als bisher erfolgen“, erklärte Durnwalder.
Grünes Licht für zweite Privatbank in Südtirol
Nach der „Prader Bank“ hat die Landesregierung nun die Ermächtigung für die
Gründung einer zweiten Privatbank in Südtirol ausgestellt. Die „Südtirol Bank
AG“ wird ihren Sitz in der Gemeinde Bozen haben und sich hauptsächlich um
Investitionsberatungen kümmern.
Milchquoten zugeteilt
Insgesamt 779 Südtiroler Bauern hat die Landesregierung nun neue oder
zusätzliche Milchquoten zugewiesen. „Zum ersten Mal gab es mehr Verfügbarkeit
als Ansuchen, was bedeutet, dass wir in Südtirol in einer glücklichen Lage
sind“, sagte Landeshauptmann Durnwalder.
Wirtschaftstandort Südtirol: BLS soll tätig werden
Die BLS (Business Location Südtirol) soll so schnell wie möglich ihre Tätigkeit
aufnehmen. Dieser Auffassung ist die Landesregierung, die sich intensiv mit dem
Wirtschaftsstandort Südtirol auseinandergesetzt hat. Die Gesellschaft soll von
drei Verwaltungsräten verwaltet werden, so die Landesregierung. Zwei
Verwaltungsräte sollen aus den Sektoren Innovation und Industrie im Land kommen.
Ein Verwaltungsrat soll ein Wirtschaftsvertreter sein. Arbeiten soll die BLS mit
einem Geschäftsführer und zwei Mitarbeitern. Wie Landeshauptmann Durnwalder
erklärte, gebe es bereits eine erste dringende Aufgabe für die BLS. Sie soll
Standorte für innovative Unternehmen, die sich in Südtirol ansiedeln wollen
finden, und zwar für die im neuen Gewerbegebiet südlich der „Einsteinstraße“ in
Bozen kein Platz gefunden werden konnte. Was die Bewertung des Standorts
Südtirol anbelangt, hat die Landesregierung festgestellt, dass es für die
Unternehmen in Südtirol zwar Belastungen wie die hohen Steuern, Lohnnebenkosten
und Grundstückspreise aber auf der anderen Seite auch viele Vorteile, wie die
Mehrsprachigkeit, die Förderungen, die Lage im Grenzraum usw., ist die
Landesregierung überzeugt. Sie hat auch eine Eurostat-Studie besprochen laut
welcher Südtirol beim Bruttoinlandsprodukt in Europa an 23. Stelle und in
Italien sogar an erster Stelle steht. Auch verglichen mit den österreichischen
Bundesländern schneidet Südtirol gut ab (nach Ergebnissen einer ICEI-Studie fürs
Jahr 2006). Nur Oberösterreich kann sich vor Südtirol reihen. Vorarlberg liegt
gleichauf.
"Um Südtirols Konkurrenzfähigkeit auch in Zukunft auf dem heutigen hohen Niveau
zu halten, ist es notwendig, für entsprechende Rahmenbedingungen zu sorgen. So
sind die im Jahr 2007 umgesetzten Reformen als ein großes Maßnahmenpaket
anzusehen, mit dem die Wettbewerbsfähigkeit unsers Landes auch weiterhin
gewährleistet werden soll“, erklärt Landesrat Werner Frick. Aktives
Standortmarketing werde die Hauptaufgabe der BLS sein, sagt Frick.
Ecocenter: Land steigt aus
Das Land wird aus dem Ecocenter Bozen, das für den Müllverbrennungsofen in Bozen
und für die Reinigung der Abwasser verantwortlich zeichnet, aussteigen. Dies
kündigte Landeshauptmann Durnwalder nach der Landesregierungssitzung an. „Die
Gemeinden sollen allein vertreten sein“, sagte Durnwalder. Die zehn Prozent mit
denen das Land am Ecocenter beteiligt ist, sollen demnach wieder zur Verfügung
stehen. Bisher war die Gemeinde Bozen mit 45 Prozent beteiligt, weitere 52
Gemeinden mit weiteren 45 Prozent und das Land mit zehn Prozent.
Gelder aus dem Rotationsfonds verteilt
Über die Zuweisung der Gelder im Rotationsfonds hat die Landesregierung nun
entschieden. „Heuer stehen 44,5 Millionen Euro an neuen Geldmitteln bereit. Dazu
kommen noch rund 23 Millionen Euro an Rückflüssen“, erklärte Landeshauptmann
Durnwalder. Von den neuen zur Verfügung stehenden Mittel hat die Landesregierung
6,5 Millionen Euro für die Industrie, vier Millionen Euro für das Handwerk,
sechs Millionen für den Handel, 25 Millionen für den Tourismus und drei
Millionen für die Landwirtschaft zweckgebunden. Für den Bereich Landwirtschaft
gebe es Gesuche für rund 15 Millionen Euro. Rund elf Millionen Euro stünden
bereits bereit. Nun kämen noch drei Millionen Euro hinzu, erklärte Durnwalder.
Die Rückflüsse sollen wie in den vergangenen Jahren für den Sektor verwendet
werden, aus dem sie stammen.
Förderung der Jugendarbeit: Jahresplan 2008
Auf Antrag von Jugendlandesrätin Sabina Kasslatter Mur hat die Landesregierung
den Jahresplan für die Förderung der Jugendarbeit für die deutsche Sprachgruppe
gutgeheißen. Rund eine Millionen Euro sind für Investitionen in diesem Bereich
vorgesehen. Mit rund fünf Millionen Euro soll die Tätigkeit finanziert werden.
Altersheim in St. Martin in Thurn wird umgebaut
Grünes Licht hat die Landesregierung für den Umbau des Altersheims in St. Martin
in Thurn,d as über 90 Betten verfügt, gegeben. Einen Neubau, der 16 Millionen
Euro gekostet hätte, hat die Landesregierung abgelehnt. „Wir können es uns nicht
leisten, Gebäude alle 25 Jahre abzureißen. Zudem würde dies ein schlechtes
Beispiel sein“, erklärte der Landeshauptmann. Auf Antrag der Landesräte Richard
Theiner und Florian Mussner wird das Altersheim für 12,5 Millionen Euro
umgebaut. Sieben Millionen Euro wird davon das Land bezahlen. Für den Rest
müssen die involvierten Gemeinden aufkommen. Die Landesregierung hat den
Kostenvoranschlag genehmigt.
35 Millionen Euro für Bauten im Gesundheitssektor
Für die kommenden fünf Jahre (2008-2012) hat die Landesregierung die Gelder für
Bauten des Gesundheitsdiensts festgelegt. Wie Landeshauptmann Durnwalder sagte,
stehen 35 Millionen Euro dafür bereit. 34,5 Millionen Euro sind für Baumaßnahmen
in Bozen vorgesehen und 0,5 Millionen für die Erste Hilfe in Meran.
Gesundheitssektor: 22,5 Millionen für Instandhaltung
Rund 22,5 Millionen Euro stehen laut Beschluss der Landesregierung für die
außerordentliche Instandhaltung und für Umbauarbeiten im Gesundheitsbereich in
den Jahren von 2008 bis 2012 zur Verfügung. Acht Millionen Euro sollen in
Bruneck, sechs in Bozen, 3,1 in Meran und fünf in Brixen eingesetzt werden,
sagte Durnwalder.
Familiengeld des Landes: 14,5 Millionen Euro
14,5 Millionen Euro hat die Landesregierung für die Ausbezahlung des
Familiengeldes des Landes reserviert. Für ein Kind unter drei Jahren erhalten
Familien 80 Euro im Monat. „Im Familienpaket haben wir insgesamt 25 Millionen
Euro. Neben dem Familiengeld von 14,5 Millionen Euro werden rund zehn Millionen
Euro für Einrichtungen zur Betreuung von Kindern, deren Mütter und Väter
arbeiten, verwendet“, erklärte der Landeshauptmann.
Brand in der Villa „Winter“
Mit dem Brand in der Villa „Winter“ in Dietenheim, in der elf Menschen mit
psychischen Problemen untergebracht waren, hat sich die Landesregierung heute
ebenfalls befasst. In dem der Gemeinde Bruneck gehörenden und vom Land
angemieteten Gebäude seien alle Sicherheitsmaßnahmen erfüllt gewesen, betonte
Landeshauptmann Durnwalder. Soziallandesrat Richard Theiner hat sich bei einem
Ortsaugenschein ein Bild von der Lage gemacht. Auch das Vorgehen des Personals
sei ordnungsgemäß gewesen. Dennoch wurde beim Brand ein Bewohner der Villa
schwer verletzt. Die Landesregierung bedauert den Vorfall und spricht dem
Betroffenen und seiner Familie ihr Mitgefühl aus.
Enteignungsentschädigung
Eine Enteignungsentschädigung muss das Land nach einem Rekurs doch für die
Infrastrukturen des Grundstücks (Zone Reschen 1) bezahlen, auf dem die
Pädagogisches Gymnasium „G. Pascoli“ gebaut wurde. Die Landesregierung hat nun
die dafür nötigen 1,75 Millionen Euro bereitgestellt.
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